Das Allgäu ist eine Region voller Vielfalt und Abwechslung. Landschaftlich reicht es vom weiten, grünen Wiesenland über das sanft hügelige Voralpenland bis hinauf zu den Gipfeln der Alpen.
Auch kulturell hat das Allgäu viel zu bieten: von barocken Kirchen und traditionsreichen Orten bis zu lebendigen Städten. Geografisch liegt es überwiegend in Bayern, reicht aber bis ins württembergische Baden-Württemberg.
Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten und beliebten Routen gibt es im Allgäu noch so manches zu entdecken. In diesem Artikel nehme dich mit auf eine Tour zu den weniger bekannten Schätzen dieser abwechslungsreichen Region im Süden Deutschlands und zeige dir fünf noch weitgehend unentdeckte Allgäu Ausflugsziele und Wanderungen.
Auf dem Glückszauber-Pfad in Bad Wörishofen
Der Kneipp-Kurort Bad Wörishofen im Unterallgäu ist eng mit dem Namen Sebastian Kneipp verbunden. Der Pfarrer und Naturheilkundler kam 1855 nach Wörishofen und entwickelte hier seine ganzheitliche Gesundheitslehre weiter. Bekannt wurde er vor allem durch seine Wasseranwendungen, die er mit Heilpflanzen, Bewegung, ausgewogener Ernährung und einer bewussten Lebensweise verband. Mit seinem 1886 erschienenen Buch Meine Wasserkur machte er seine Erfahrungen einem breiten Publikum zugänglich.
Auf den 13 Glückswegen im Unterallgäu kannst du dich auf Kneipps Spuren begeben, den Alltag hinter dir lassen und neue Kraft tanken. Einer davon ist der Glückszauber-Pfad in Bad Wörishofen. Er verbindet Natur mit mystischen Geschichten und lässt dich die Gedanken und die Lehre Sebastian Kneipps auf besondere Weise erleben.
Der Weg führt durch den Kurpark, vorbei an der Gradieranlage und zur Glücksinsel auf dem Jakobsweiher. Unter den Bäumen und am stillen Wasser lässt es sich wunderbar entspannen.
Ein geheimnisvoller Ort am Wegesrand ist auch das „Versunkene Schloss“: Dabei handelt es sich um ein Bodendenkmal, an dessen Stelle vermutlich einst ein Gehöft stand. Der Legende nach soll dort ein Schatz verborgen liegen, der bis heute nicht gefunden wurde.
Anschließend geht es rund zwei Kilometer auf dem Kneipp-Wald-Weg in Richtung Hinterhartenthal. Interaktive Schautafeln geben unterwegs Einblicke in die heimische Tier- und Pflanzenwelt, informieren über Vogelstimmen und machen den Wald zu einem wunderbaren Entdeckungsraum.
Gehzeit: ca. 2,5 h
Länge: 9,8 km
Höhendifferenz: 70 hm
Ausgangspunkt: Pergola an der Kathreiner Straße
Schwierigkeitsgrad: einfach

Unterwegs auf den Spuren von Sebastian Kneipp in Bad Wörrishofen

Der Glückszauberpfad verbindet Mystik und Natur

Auf den Glückswegen im Unterallgäu kann man den Alltag hinter sich lassen und neue Kraft tanken
Kißlegg – die barocke Perle im württembergischen Allgäu
Kißlegg ist ein hübsches barockes Kleinod im württembergischen Allgäu. Zwischen dem Neuen Schloss mit seinen prächtigen Stuckräumen, dem Alten Schloss und der barocken Pfarrkirche St. Gallus und Ulrich lässt sich wunderbar in die Geschichte des Ortes eintauchen.
Wer mehr über Kißleggs Vergangenheit erfahren möchte, folgt der kostenlosen, GPS-gesteuerten Lauschtour auf dem Smartphone. Der rund 45-minütige Ortsrundgang führt vom Neuen Schloss durch den historischen Ortskern, vorbei am Rathaus und dem Rathausgarten, entlang der Schlossstraße bis zum Alten Schloss und weiter zum Zellersee.
Unterwegs erzählen authentische Stimmen von Ortsbewohnern, Geräusche und Musik von der barocken Lebensart und den Besonderheiten des Ortes.
Nach so viel Kultur darf natürlich auch der Genuss nicht zu kurz kommen: Im Hotel-Gasthof Ochsen, mitten im Ortskern, wird mit dem Kißlegger Kellerbräu sogar eigenes Bier gebraut.
Die kleine Kißlegger Hausbrauerei setzt auf handwerkliche Braukunst und regionale Zutaten – darunter Tettnanger Hopfen und schwäbisches Malz. Bei einer Brauereiführung mit Verkostung kannst du mehr über die Herstellung erfahren und den deinen Besuch in Kißlegg anschließend ganz entspannt bei einem frisch gezapften Bier ausklingen lassen.

Das Neue Schloss in Kißlegg

Lauschig auf der Lauschtour: der Zellersee in Kißlegg

Führung durch die Familienbrauerei Kißlegger Kellerbräu
Wanderung zum Bleicherhorn und Höllritzereck
Wir haben die Wanderung Aufs Bleicherhorn und Höllritzereck etwas abgekürzt und uns auf die Besteigung der beiden Gipfel reduziert.
Dazu fährst du mit dem Auto über die Mautstraße bis zur Höllritzer Alpe und parkst dort. Die Zufahrt kostet 8 Euro und erspart dir den längeren Aufstieg von Gunzesried-Säge. Von der Alpe aus geht es zunächst auf einem Schotterweg bergauf in Richtung Bleicherhorn.
Kurz vor dem Gipfelanstieg lohnt sich ein Blick nach rechts: Hier liegt ein großer Nagelfluh-Brocken, an dem die Europäische Wasserscheide verläuft. Ein spannender Ort für eine kurze Verschnaufpause, bevor du den letzten Anstieg zum Bleicherhorn in Angriff nimmst. Oben angekommen, wirst du mit einem schönen Blick auf die Allgäuer Bergwelt belohnt.
Doch das war noch nicht alles: Nach einem kurzen Abstieg und einem erneuten Anstieg erreichst du das Höllritzereck. Auch hier lohnt es sich, innezuhalten und den 360-Grad-Blick auf die umliegenden Gipfel zu genießen. Bei klarer Sicht scheint sich die Bergwelt rund um dich herum endlos auszubreiten.
Durch die Heidelbeersträucher führt der Weg bergab und bietet einen tollen Blick auf den Dreifahnenkopf im Blick hast.
An der nächsten Wegkreuzung hältst du dich links in Richtung Höllritzer Alpe. Dort angekommen, hast du dir eine gemütliche Einkehr redlich verdient. Ob Brotzeit oder ein erfrischendes Getränk – nach dieser aussichtsreichen Gipfeltour schmeckt beides gleich doppelt so gut.
Gehzeit: ca. 3 h
Länge: 4,8 km
Höhendifferenz: 293 hm
Ausgangspunkt: Höllritzer Alpe
Schwierigkeitsgrad: mittel

Der Aufstieg zum Bleicherhorn im farbenfrohen Herbst

Auf dem Kamm geht es zum Gipfel

Der Aufstieg wird mit einem herrlichen Bergpanorama belohnt
Wanderung zum Sonnenkopf
Die verkürzte Variante der Wanderung „Über den Altstädter Hof zum Sonnenkopf“ ist eine schöne Tour für alle, die das Allgäu von seiner aussichtsreichen Seite erleben möchten.
Wir starten am Hotel Sonnenklause in Hinang bei Sonthofen, wo du kostenfrei parken kannst. Von hier geht es zunächst recht steil bergauf durch schattigen Bergwald. Zwischendurch öffnen sich immer wieder herrliche Almflächen, von denen du weit über das Illertal blickst.
Mit jedem Höhenmeter wird das Panorama beeindruckender. Bald zeigen sich die markanten Gipfel der Allgäuer Alpen, bis wir schließlich den Sonnenkopf erreichen. Oben angekommen, wirst du mit einem tollen Rundumblick über das Oberallgäu, die Hörnergruppe und die umliegenden Bergketten belohnt. Ein schöner Platz für eine ausgiebige Gipfelrast, bevor es auf abwechslungsreichen Bergwegen wieder hinuntergeht.
Ein besonderes Highlight auf dem Rückweg ist die Alpe Altstädter Hof. Hier kannst du bei einer herzhaften Jause einkehren und die Allgäuer Bergwelt noch einmal in Ruhe genießen. Schön ist auch, dass die Alpe sogar bis in den Oktober hinein geöffnet hat.
Für mich verbindet diese Wanderung alles, was eine gelungene Bergtour ausmacht: herrliche Ausblicke, saftige Almwiesen, schattige Waldwege und eine gemütliche Einkehr. Wer rund um Sonthofen einen aussichtsreichen Gipfel erleben möchte, ohne gleich eine besonders lange Tour zu unternehmen, sollte sich den Sonnenkopf vormerken.
Gehzeit: ca. 4 h
Länge: 8 km
Höhendifferenz: 700 hm
Ausgangspunkt: Sonnenklause
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll

Auf geht`s auf den Sonnenkopf

Abwechslungsreiche Aussichten auf dem Weg

Dieser Fliegenpilz wollte unbedingt aufs Panoramafoto

Beim Abstieg Einkehr in die Alpe Altstädter Hof
Altusried – Theaterleidenschaft und Trilogie-Rundgang
In diesem zauberhaften Ort im Allgäu gehört das Theater seit Generationen zum Leben dazu. Schon vor rund 140 Jahren begannen die ersten Freilichtspiele.
Früher nutzten die Bauern die ruhigere Winterzeit, um gemeinsam Theater zu spielen und auf der Bühne zu stehen. Aus dieser Tradition entwickelte sich eine beeindruckende Freilichtbühne, auf der bis heute Laienschauspieler große Geschichten zum Leben erwecken.

Hier stehen nur ehrenamtliche Laienschauspieler auf der Bühne
Auf dem Spielplan standen lange vor allem historische Stoffe wie „Andreas Hofer“, „Wilhelm Tell“ oder der „Bauernkrieg im Allgäu“. Inzwischen ist das Repertoire vielfältiger geworden. Im Sommer 2027 dürfen sich Besucher auf „Heidi“ freuen – die Geschichte des kleinen Mädchens aus den Bergen, die wunderbar in die Allgäuer Landschaft passt.
Gespielt wird im Sommer unter freiem Himmel auf der großen Allgäuer Freilichtbühne. Im Winter geht es dagegen ins Theaterkästle, ein kleines, außergewöhnliches Theater, das 1985 von engagierten Amateurschauspielern in einer ehemaligen Turnhalle gegründet wurde.
Besonders ins Auge fällt die moderne, ungewöhnliche Architektur des Gebäudes. Hier zeigen verschiedene Altusrieder Theatergruppen ein abwechslungsreiches Programm – von Komödien über Krimis bis hin zu anspruchsvollen Theaterstücken.
Altusried ist also nicht nur ein schönes Ausflugsziel, sondern auch ein Ort, an dem Kultur und Gemeinschaft eine lange Tradition haben.
Wer den Ort und seine Umgebung zu Fuß entdecken möchte, sollte sich den Trilogie-Rundgang Altusried vormerken.
Die rund vier Kilometer lange Runde führt durch den Ort und hinaus in die Landschaft. Unterwegs warten schöne Ausblicke, Alpenpanorama und ausgewählte Schauplätze, an denen Informationstafeln und sogenannte Trilogieplätze Geschichten über Altusried und seine Besonderheiten erzählen.
Der Rundgang verbindet Natur, Ortsgeschichte und die Theatertradition auf eine angenehme Weise – und macht damit auch einen kurzen Spaziergang zu einem kleinen Erlebnis.

Das Theaterkästle ist ein architektonisches Schmuckstück

Ein Original aus Althusried in Sonntagstracht

Eine Allgäuer Spezialität: die Käsespätzle
Hoteltipps Allgäu
Für die oben beschriebenen Ausflugsziele und Wanderungen im Allgäu empfehle ich die beiden folgenden Ausgangspunkte und Hotels:
Bad Wörishofen: Hotel Sonnengarten
Das Hotel Sonnengarten ist ein schöner Ausgangspunkt, um das Unterallgäu und weitere Ausflugsziele der Region zu entdecken. Es liegt ruhig am Ortsrand von Bad Wörishofen, mitten im Grünen und nur etwa fünf Gehminuten vom Kurpark und der Fußgängerzone entfernt. Nach einem erlebnisreichen Tag kannst du im hoteleigenen Restaurant einkehren oder im Wellnessbereich mit Hallenbad, Sauna und Infrarotkabine entspannen.
Sonthofen (Hinang): Berghotel Sonnenklause
Wer die Allgäuer Bergwelt erkunden möchte, findet im familiengeführten Berghotel Sonnenklause einen besonders schönen Rückzugsort. Das Hotel liegt auf rund 1.100 Metern Höhe in ruhiger Alleinlage oberhalb von Hinang und bietet herrliche Ausblicke auf die umliegende Berglandschaft. Wanderwege, Almwiesen und Gipfel liegen praktisch vor der Haustür. Nach einer Tour kannst du im Hallenbad mit Panoramablick entspannen, die Saunen genießen oder dich im Restaurant mit regionalen Gerichten und Kräutern aus dem hoteleigenen Garten verwöhnen lassen. Für mich ist die Sonnenklause damit ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen rund um Sonthofen und das südliche Oberallgäu
Hinweis zur Transparenz: Zum Entdecken der beschriebenen Allgäu Ausflugsziele und Wanderungen wurde ich freundlicherweise auf eine Pressereise der Allgäu GmbH eingeladen. Die von mir in diesem Beitrag geäußerte Begeisterung entspricht jedoch meiner Meinung und wurde dadurch nicht beeinflusst. Ich empfehle grundsätzlich nur Dinge, von denen ich überzeugt bin.
Hi, ich bin Sabine,
reisesüchtig und fernwehgeplagt.
Als ausgebildete Touristikerin habe ich mich auch beruflich immer mit dem Reisen beschäftigt. Mit meinen authentischen Erfahrungsberichten und Tipps möchte ich deine Reiseplanung erleichtern.
Denn soviel ist sicher: Reisen tut immer gut. (Voltaire)
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